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Artikel in den Aachener Nachrichten vom 14.03.2018

Filmprojekt als Reaktion auf die Tihange-Verunsicherung

Städteregion. Die Szene wirkt bedrückend: In einem fensterlosen Vorratskeller, der gerade mal fünf Quadratmeter misst, haben drei junge Menschen Zuflucht gefunden. Am liebsten würden sie so schnell wie möglich raus aus ihrer Stadt. Denn in Tihange ist es zu einem schweren nuklearen Störfall gekommen.

Doch es fehlen die Mittel und die Zeit. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich mit einigen Vorräten, Matratzen und Schlafsäcken unter der Erde zu verschanzen. Wie es weitergehen wird? Sie wissen es nicht.

Die Klappe fällt, die Szene ist gedreht. Jetzt wird wieder gelacht, auch wenn das Thema ein sehr ernstes ist. Noch bis Ende April läuft das neueste Projekt von „Nocase“, der gemeinnützigen inklusiven Filmgesellschaft mit Sitz in Eschweiler. Dann soll der knapp einstündige Streifen fertig sein. In dessen Mittelpunkt stehen das marode Atomkraftwerk im belgischen Tihange und seine möglichen Auswirkungen auf die Menschen in der Städteregion.

„Die Idee zu dem Film ist im vergangenen Jahr entstanden, als mit der Verteilung von Jodtabletten begonnen wurde“, berichtet Geschäftsführerin Claudia Schmoldt. „Die jungen Leute, mit denen wir zusammenarbeiten, hatten große Sorgen und zahlreiche Fragen und fühlten sich nicht richtig aufgeklärt.“

Sie beschlossen, sich genauer zu informieren, zu recherchieren und ihre Erfahrungen und Informationen filmisch zu verarbeiten. „Dabei stellten wir fest, dass viele andere Menschen ebenfalls verunsichert und nur unzureichend informiert sind“, berichtet Henrik Schnitzler. Der 17-Jährige hat über ein Schulpraktikum den Weg zu „Nocase“ gefunden und ist seitdem regelmäßiger Gast in den Studioräumen in Eschweiler.

Der Film, dessen Titel noch nicht verraten wird, soll eine Orientierungshilfe bieten. „Und auf keinen Fall Ängste schüren“, betont Schmoldt und blickt zurück: „Die Entstehungsgeschichte war äußerst interessant, denn jeder hatte eine ganz eigene Vorstellung vom Drehplan und der Machart des Films. Letztlich haben wir uns auf eine Kombination geeinigt.“ So finden dokumentarische Passagen, Interviews und szenische Darstellungen zusammen.

Die Protagonisten sind – vor und hinter der Kamera – die jungen Teilnehmer des Projektes, im Alter von elf bis 25 Jahren. Von der Grundlagenrecherche über das Schreiben des Drehbuches bis hin zum Schnitt übernehmen sie – unterstützt von professionellen Filmemachern aus Eschweiler, Aachen, Münster und Dortmund – alle wesentlichen Arbeiten. Wobei Flexibilität ganz groß geschrieben wird. „Wir lassen uns ein Stück weit treiben in diesem Projekt, weil immer neue Fragen auftauchen“, erklärt Claudia Schmoldt.

In der knapp 30-köpfigen Gruppe kommt das sehr gut an. Armin Lepirica (18) beispielsweise ist begeistert – nicht nur vom aktuellen Projekt. Vor zwei Jahren hatte er im Rahmen eines filmisch begleiteten Bewerbungstrainings erstmals Kontakt mit „Nocase“. „Und seitdem bin ich dabei geblieben und mache alles, was bei einem solchen Projekt anfällt.“

Zum Thema Tihange hat er eine klare Meinung: „Das AKW muss abgeschaltet werden.“ Doch weil der Berufsschüler davon ausgeht, dass dies so schnell nicht passieren wird, hält er die aktuelle Filmproduktion für sehr wichtig: „Sie liefert viele Informationen, klärt auf und gibt Tipps, wie man sich auf eine mögliche Krisensituation vorbereiten kann.“

Politik wird in dem Film hingegen kein Thema sein. „Wir wollen neutral sein und uns nicht zu den laufenden politischen Diskussionen positionieren“, stellt Claudia Schmoldt klar. Deshalb wurde beispielsweise auch auf ein Interview mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der zu den vehementesten Gegnern der belgischen Atomkraftwerke zählt, verzichtet. Schmoldt stellt klar: „Uns geht es alleine darum, das Thema Tihange informativ aufzugreifen, und zwar aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen.“

In gut sieben Wochen soll alles im Kasten sein, dann endet auch die Förderung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Im Juni wird die öffentliche Präsentation folgen. Das genaue Datum und der Ort stehen noch nicht fest. Gut möglich aber, dass „Nocase“, auch was die „Location“ angeht, an das überaus erfolgreiche Vorgängerprojekt anknüpfen wird. An das erste inklusive Filmfestival, das im vergangenen März im Alsdorfer Cinetower für viel Furore gesorgt hat, erinnern sich alle Beteiligten auch heute noch gerne . . .

Link auf den Artikel unter aachener-zeitung.de

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REC Filmfestival

Am 21.09.17 war NOCASE auch in diesem Jahr erfolgreich auf dem REC Filmfestival 2017 vertreten. Unsere Delegation präsentierte unter anderen den Film „Auf der Suche nach der Liebe“. Unser Film kam faszinierend beim Publikum an und war ein voller Erfolg!

Über Nocase

Nocase wurde 2014 als inklusive Filmproduktion gegründet, die Dokumentationen, Reportagen und Aufklärungsfilme produzieren. Das, was uns besonders auszeichnet ist, dass wir Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigen, bei uns steht das Talent und die Leidenschaft zum Filmen im Fokus. Wir wollen damit Menschen, die durch ihre Beeinträchtigungen nicht die Möglichkeit haben, den Beruf zu erlernen, eine Chance bieten. Wir erweitern ihre Kenntnisse durch Workshops und unseren eigenen Dozenten in den Bereichen Kameraführung, Tontechnik, Schnitt und Skript. Bei der Umsetzung der einzelnen Projekte werden sie von studierten Filmemachern begleitet.

Dass unsere Filme bundesweit auf diversen Filmfestivals und europaweit zu Aufklärungszwecken in Kliniken, Beratungsstellen und Bildungsstätten gezeigt werden, ist der Tatsache zu verdanken, dass wir auf die Stärken jedes einzelnen Betroffen aufbauen und dadurch im Team enorme Ergebnisse erzielen. Deshalb haben wir die Möglichkeit, Reportagen, Dokumentationen und Aufklärungsfilme für Auftraggeber anzubieten.

Was uns zusätzlich noch auszeichnet, ist, dass wir inklusive und sozial benachteiligte Jugendprojekte anbieten und dadurch die Option haben nach besonderen Talenten unter den Teilnehmern zu suchen und so langfristig unser Team zu erweitern.

Nocase ist zudem Mitglied bei BJF und LAG und berechtigt Schülern Kompetenznachweis Kultur auszuhändigen.

Wir reden nicht über Inklusion, wir arbeiten einfach inklusiv.

Jugendprojekt Orte

  • StädteRegion Aachen
  • Dortmund

Up and Coming Festival 2017 in Hannover

Dieses Jahr war Nocase erfolgreich auf dem Up and Coming Festival 2017 vertreten. Das ganze Team freut sich über die Nominierung des Filmes „Auf der Suche nach der Liebe“ für den deutschen Nachwuchsfilmpreis! Wir waren mit vollem Einsatz dabei! Diese Nominierung zeigt, dass inklusive Filmproduktionen einen gehobenen Anspruch an Genauigkeit und Qualität haben.

REC Filmfestival

Am 21.09.17 war NOCASE auch in diesem Jahr erfolgreich auf dem REC Filmfestival 2017 vertreten. Unsere Delegation präsentierte unter anderen den Film „Auf der Suche nach der Liebe“. Unser Film kam faszinierend beim Publikum an und war ein voller Erfolg!

Filmfestival Weiterstadt

Am 11.08.17 war NOCASE erfolgreich auf dem Filmfestival in Weiterstadt vertreten. Wir präsentierten unseren Film „Auf der Suche nach der Liebe“ mit unserem Hauptdarsteller Maxim.

Wir bedanken uns bei allen, die in Weiterstadt dabei waren.

Fish Festival in Rostock

Vom 11. bis zum 14. Mai 2017 war NOCASE mit dem Film „Auf der Suche nach der Liebe“ beim Fish Festival in Rostock vertreten. Der Film war für unser gesamtes Team ein voller Erfolg. Der Film über einen autistischen jungen Mann, der sich auf die Suche nach seiner ersten Liebe begibt, gewann Bronze.

Wir bedanken uns bei dem gesamten Festivalteam!

52. Werkstatt Wiesbaden

Unsere Filme „Dasein Wegsein“ und „Auf der Suche nach der Liebe“ wurden auf der 52. Werkstatt der jungen Filmszene vom 02.06.17 bis 05.06.17 in Wiesbaden gezeigt. Unsere Filmemacher haben dabei diese beiden Filme präsentiert und Fragen aus dem Publikum sowie Fragen des Moderators beantwortet. Die von uns gezeigten Filme haben im Rahmen des Festivals in Wiesbaden für große Begeisterung gesorgt. Bei dem Festival waren Benedikt Schmoldt (Auf der Suche nach der Liebe) und Armin Lepirica (DaseinWegsein) vertreten.

Aktuelle Projekte

Projekt TIME OFF

In Kooperation mit dem ATZ Aachen führt Nocase ein Projekt durch, das Erwachsene und Jugendliche bei ihrer Freizeitgestaltung begleitet.

Die Lupe

Jeden Dienstag um 16 Uhr treffen sich interessierte Jugendliche zum Filmtreff
in der Jugendfreizeitstätte in Dortmund Eving.
Es sind alle Jugendliche willkommen, an diesem Projekt mitzuarbeiten.
Es ist besonders an geflüchtete Teilnehmer gerichtet,
die gemeinsam mit ihren Altersgenossen
Dortmund und unserem Team: Benedikt, Joris und Rita mal so richtig unter die Lupe nehmen.
Dieses Projekt geht ab Januar 2018 weiter.
Mehr Infos


Jugend auf Sendung

Im Rahmen unseres neuen Projekts ,,Jugend auf Sendung" gehen wir mit jungen, interessierten Menschen gemeinsam auf Sendung.

Findet heraus, welche Fähigkeiten beim Dreh am besten zu euch passen. Wir helfen euch, gute Ideen für euren Jugendkanal zu finden.

Das Projekt geht im Mai weiter.

Habt keine Scheu vor der Arbeit mit der Kamera, seit einfach dabei!

Abgeschlossene Projekte

Ein Videowettbewerb Zwei Teams - Zwei Filme – Wer hat die meisten Klicks im Web ?

  • Willst Du die Hauptrolle in Deinem eigenen Film spielen?
  • Mit Deinen Freunden ein Drehbuch schreiben?
  • Einmal Regisseur sein und eine spannende Geschichte erzählen?
  • Ein Thema verfilmen, dass Dich schon immer interessiert hat?

Diese und andere Fragen stellten sich die Workshopteilnehmer im Vorfeld, als auch während der Produktion der 99 Sekunden langen Filme, die von den Teilnehmern in zwei Gruppen realisiert wurden.

DaseinWegsein

Die Arbeit dazu ist vergleichsweise einfach zu erklären. Vier Jugendliche pro Arbeitsgruppe, zwei Kameras, Mikrofone, Licht und – ein Thema. Das eine Thema ist „DASEIN – WEGSEIN“, eine philosophisch- psychologische Betrachtungsweise von menschlicher Existenz, die praktisch durchs Filmemachen umgesetzt wurde. Beim zweiten Thema ging es um Liebe.

Doch zuerst schrieben die Jugendlichen ein Drehbuch und erstellten ein sogenanntes Storyboard, damit der Film zunächst „im Kopf“ entsteht, und damit eine schriftliche, wie bildliche Vorlage zur filmischen Umsetzung gegeben war.

Und dann ging es auch schon los mit den Dreharbeiten, wobei die „Bildsprache“ erlernt wurde. Erleichtert wurde die Realisierung durch das gute Wetter und das Engagement der jungen Filmemacher. Viele Ideen des Vorfelds wurden während der Dreharbeiten relativiert und umgebaut, weil sich vor Ort plötzlich neue Situationen ergaben. Diese wurden sehr schnell antizipiert und sofort umgesetzt.

Liebe

Nach vier Stunden waren alle Aufnahmen „im Kasten“ und alle gingen hochzufrieden zurück in die Produktionsräume der NOCASE Filmproduktion. Ein gemeinsames Essen förderte die Kommunikation und die Gruppendynamik.

Jetzt mussten die Filme noch geschnitten und vertont werden, damit mit Hilfe der „Filmsprache“, auch ein Film daraus wird. Die fertigen Filme werden auf der NOCASE Homepage und bei Vimeo veröffentlicht und der Film mit den meisten Klicks gewinnt einen Preis.

Dieser inklusive Workshop richtete sich an Jugendliche mit und ohne Behinderung im Alter von 14 bis 18 Jahren. Es ging um das Erlernen und Umsetzen der Bild- und Filmsprache.

Wir waren auf der Gamescom

Am 23.08.17 hat es sich unser Team von Nocase auch dieses Jahr nicht nehmen lassen, eine Reportage über die Gamescom 2017 zu drehen. Für unser Team ist die Gamescom jedes Jahr eine besondere Erfahrung. Wir freuen uns auch wieder auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt, dass neue Videospiele vorgestellt werden. Am 18.08.2016 waren wir am Stand der LAG vertreten.
Dort haben wir eine Reportage über das Jugendforum auf der Gamescom gedreht.
Der Filmdreh war ein voller Erfolg aber auch gleichzeitig eine großere Herausforderung - warum seht ihr im Film.